50 über 50 im Gespräch

FrauenFunk spricht mit 50 feministischen Frauen über 50: Frauenrechtlerinnen, die Tag für Tag in den letzten 30 Jahren für Gleichberechtigung, Gleichstellung und Anerkennung gekämpft haben und wesentlich dazu beigetragen haben, dass Frauen in Wien chancengleich leben und arbeiten können.

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FrauenFunk #29: Susanne Gugrel, Geschäftsführerin „Sprungbrett“

Episode #29: Susanne Gugrel, Geschäftsführerin „Sprungbrett“

Den Verein Sprungbrett gibt es seit 1987 als Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen, wo sie herausfinden können, wer sie sind, was sie möchten, welcher Beruf wirklich zu ihnen passt und wo auch Betriebe gesucht werden, die zu diesen jungen Frauen passen. Susanne Gugrel ist dort eine von zwei Geschäftsführerinnen und auch für die Medienarbeit zuständig. Daher kennen wir einander seit vielen Jahren und ich schätze, die ruhige, umsichtige Art von Susanne Gugrel. Ihr Engagement für feministische Mädchenarbeit ist auch nach fast 25 Jahren ungebrochen.

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FrauenFunk #28: Svetlana Ilić, Start-up-Gründerin

Episode #28: Svetlana Ilic, Start-up-Gründerin

Svetlana Ilić ist eine auffällige Frau, eine Naturgewalt: 1,80 groß, roter Pagenkopf, hohe Wangenknochen, schlank und langbeinig. Ein Model. Und wenn sie spricht, dann rollt ihr serbisches R. Ihr Deutsch ist makellos und fehlerfrei, erlernt in Österreich mit 11 Jahren, als sie mit ihrer Mutter und dem Bruder endlich dem Vater nachzog aus Jugoslawien. Eine Gastarbeiterfamilie der ersten Stunde. Da hatte das aufschwingende Österreich sich noch gedacht, wir holen Arbeitskräfte und irgendwann gehen die wieder nach Hause.

Aber sie blieben. Svetlana besuchte die Hauptschule in Wien, wechselte dann auf die Handelsakademie, ihre Bruder ging auf eine HTL. Sie hatten einen fördernden Lehrer, der auf sie schaute. Beide waren begabt. Dennoch wurde Svetlana Puljarević, wie sie damals noch hieß, nicht nur gut behandelt in der Schule als Gastarbeiterkind.

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FrauenFunk #27: Andrea Brem, Geschäftsführerin Wiener Frauenhäuser

Episode #27: Andrea Brem, Geschäftsführerin Wiener Frauenhäuser

Andrea Brem und ich hatten beruflich miteinander zu tun: Sie als Geschäftsführerin des Vereins Wiener Frauenhäuser und ich als Ressortleiterin der Chronik im ORF Fernsehen. Leider waren es da immer die traurigen Nachrichten über misshandelte Frauen oder aus dem Ruder laufende Obsorgestreitigkeiten, die in den Medien für Schlagzeilen sorgten, die uns zusammenbrachten.

Doch in jedem einzelnen Fall fiel mir auf, mit welcher Empathie und Energie Andrea Brem darum kämpfte, dass Frauen und Kinder Freiräume brauchen, wo sie sich wieder sicher fühlen können. Wie sie diese Schicksale seit mehr als 30 Jahrzehnten aushält, erzählt sie in unserem Gespräch. Ein großes Sorgenkind ist die geplante automatische Obsorge. Sie bringe für Frauen eine enorme Verschlechterung, weil sie den Partner einfach nicht loswerden bis die Kinder großjährig sind.

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FrauenFunk #25: Emmy Werner, Schauspielerin, Theatermacherin

Episode #25: Emmy Werner, Schauspielerin, Theatermacherin

Sie gilt nach wie vor als die “Prinzipalin des Wiener Theaters”, die Doyenne unter den Theaterdirektorinnen – die ehemalige Direktorin des Volkstheaters, Emmy Werner. Ich lernte Sie bei der Verleihung des Wiener Frauenpreises zum ersten Mal persönlich kennen. Ihre Schlagfertigkeit und ihre Selbstironie nahmen mich sofort für sie ein. Sie hat Humor und Durchsetzungskraft, sie hat Feuer und auch ein paar Narben, wie sie selbst sagt. Aber das Theater war ihre Welt. Nach einem erfolgreichen Start als Schauspielerin am Theater der Jugend, am Josefstädter Theater und am Volkstheater, gründete Emmy Werner 1981 das Theater Drachengasse, das sie sieben Jahre später in neue weibliche Hände legte. Denn es ereilte sie der Ruf ans Volkstheater, das sie dann 17 Jahre lang sehr erfolgreich leitete und auch Regie führte. Besonders wichtig waren Emmy Werner zeitgenössische Autoren und Autorinnen.

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FrauenFunk #24: Renate Brauner, Wien-Holding, frühere Wiener Vizebürgermeisterin

Episode #24: Renate Brauner: Wien-Holding, frühere Wiener Vizebürgermeisterin

Ihr „Hallöchen“ ist und bleibt IHR Markenzeichen, genauso wie ihr Lachen und ihre oft unkonventionelle umgängliche Art, auf die Wienerinnen und Wiener zuzugehen. Ihre Wien-Politik hat die Stadt politisch UND menschlich wesentlich geprägt: sei es als Bezirksrätin in ihrem Heimatbezirk Margareten, wo sie noch immer wohnt; sei es als amtsführende Stadträtin in den unterschiedlichsten Ressorts: zuerst für Integration, Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal, dann als Gesundheits- und Sozialstadträtin, zum Schluss als Finanz- und Wirtschaftsstadträtin.

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FrauenFunk #23: Susanne Riegler, Journalistin und Filmemacherin

Episode #23: Susanne Riegler, Journalistin und Filmemacherin

Zum ersten Mal begegnete ich Susanne Riegler, als ich zusammen mit einigen anderen Frauen das Frauennetzwerk-Medien gründete. Das war 1999. Susanne Riegler war schon damals eine bekannte Journalistin, die sich immer aktiv für feministische Anliegen einsetzte. Und das mit einer Lust und Freude, die ansteckend wirken. Und so ist es auch 20 Jahre später noch.

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FrauenFunk #22: Beate Winkler, frühere Leiterin EU-Grundrechtsagentur

Episode #22: Beate Winkler, frühere Leiterin der EU-Grundrechtsagentur

Beate Winkler ist eine elegante Frau, redegewandt und belesen. Sie ist eine der besten Netzwerkerinnen , die ich kenne, und sie nützt dies, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen. So ist sie etwa Initiatorin des europäischen Medienpreises CIVIS, der herausragende journalistische Arbeiten zum Thema kulturelle Vielfalt und Integration auszeichnet. Als erste Frau leitete sie eine EU-Agentur, die in Wien angesiedelte, jetzige Grundrechtsagentur. Davor war sie die engste Mitarbeiterin der Ausländerbeauftragten der deutschen Bundesregierung, Lieselotte Funcke (FDP), die dieses Amt bis 1991 innehatte. Seit mehr als 30 Jahren ist sie in führenden Positionen im Menschenrechtsbereich auf nationaler und internationaler Ebene tätig.

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FrauenFunk #21: Anna Steiger, Vizerektorin TU Wien

Episode #21: Anna Steiger, Vizerektorin TU Wien

In den letzten Jahren fiel mir die aus dem burgenländischen Mattersburg stammende Anna Steiger immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen auf, weil sie sehr gescheite Sachen sagte nicht — nur zum Thema Frauenförderungen, aber eben auch dazu. Dann trafen wir einander wieder bei der Muslimischen Jugend Österreichs. Sie ist dort als Mentorin tätig und ihre Mentees gehören zu den erfolgreichsten muslimischen Frauen in Österreich. Ihre positive Ausstrahlung wirkt auch dort auf die jungen Frauen ansteckend. Bevor sie Vizerektorin der TU Wien wurde, war Anna Steiger Vizedirektorin der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Dazwischen war sie bei der niederösterreichischen Volkshilfe zuständig für Personal und Arbeitsmarktpolitik, sie arbeitete in einer Unternehmensberatung ebenso wie in einer Anwaltskanzlei.

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FrauenFunk #18: Julya Rabinowich, Schriftstellerin

Episode #20: Julya Rabinowich, Schriftstellerin

Ich habe Julya Rabinowich zu ersten Mal live bei einer Laudatio für eine Concordiapreisträgerin erlebt. Ihr Engagement für Menschenrechte war schon damals ganz klar sichtbar und sie weiß, wovon sie redet, wenn sie über Flucht und Flüchtlinge und das Leben in einem fremden, neuen Land spricht. Als Siebenjährige flüchtete sie mit ihren Eltern, beide Künstler, aus dem damaligen Leningrad nach Wien. Dass sie in Wien bleiben würden, war nicht geplant, aber so war es. Sie kam gleich in die 2. Klasse Volksschule, musste eine Sprache neu lernen und sich auch mit dem Lehrstoff vertraut machen. Ihre Eltern waren streng und sie schaffte Gymnasium und eine Studium der Malerei und Philosophie an der Angewandten.

Immer wieder arbeitete sie als Dolmetscherin für den Verein Hemayat, der Flüchtlinge psychotherapeutisch betreut. Für ihre Romane bekam sie hymnische Kritiken im deutschsprachigen Raum. Mit ihrem dritten Roman „Die Erdfresserin“ nahm sie am Ingeborg-Bachmannpreis teil.

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