FrauenFunk S.2, Episode #31: Brigitte Handlos im Gespräch mit Stephanie Widmer, Musikerin und Sängerin von „Cari Cari“ / F: Helmut Spudich

FrauenFunk S.2, Episode #31: Stephanie Widmer, Musikerin und Sängerin von „Cari Cari“

Die Musikgattung des Duos „Cari Cari“ mag nicht so recht in gängige Schablonen passen. Indie-Rock liest man da. Was auch immer. In jedem Fall ist ihre Musik eigenständig, wild, jung, manchmal laut, hin und wieder sentimental – finde ich – so wie z.B. in ihrem Song „Around the Bend“, dem Titelsong dieser Ausgabe unseres Podcast. Mein Lieblingssong von Cari Cari and Friends (in diesem Fall Garish) ist eine Coverversion des alten Joan-Baez-Songs „Sag mir, wo die Blumen sind“, in dem Stephanie Widmer ausnahmsweise einmal deutsch singt.

Sie ist der weibliche Part des Duos und auch wenn viele glauben, sie käme aus dem Burgenland, wurde sie in Wien geboren, zog mit den Eltern nach Mödling und hat familiäre Wurzeln in die Steiermark.Stephanie hat Deutsch und Geschichte Lehramt studiert. Doch ihr war bald klar, dass der Schulbetrieb für sie zu wenig Freiraum bietet, um sich kreativ entfalten zu können. Zusammen mit Alexander Köck sind sie nun seit etlichen Jahren das Duo „Cari Cari“. Und so wie bei einigen ihrer Plattentitel ist auch hier nicht ganz klar, was der Name bedeuten soll. Ihr erstes Album hieß z.B. „AMERIPPINDUNKLER“ und klingt halt cool.

FrauenFunk S.2, Episode #31: Brigitte Handlos im Gespräch mit Stephanie Widmer, Musikerin und Sängerin von „Cari Cari“

Cari Cari sind eine durch und durch unabhängige Musikformation und das ist Stephanie Widmer auch ganz, ganz wichtig. Sie machen alles selbst: sie schreiben ihre Songs selbst, Stephanie entwirft die Cover oder auch Aufdrucke für die Cari-Cari-T-Shirts. Sie sind nicht von einem Musikverleger abhängig. Sie machen so gut wie alles selbst.

Ihr Start war nicht immer leicht. Sie sind etwa durch Australien getourt und sind in kleinen Pubs aufgetreten, die Gagen waren schmal und oft gab’s nicht mal ein Bett. Aber sie waren auf großer Australientour! Sie spielten in Tokio, den Niederlanden und lebten einige Monate in London. Von überall haben Stephanie und Alexander Köck Inspirationen für ihre Songs mitgenommen.

Dass das Musikbusiness hart ist, macht ihnen als Do-it-yourself-Band nicht viel aus. Dass es noch immer sehr männlich dominiert ist, stört Stephanie Widmer. Schlechte Erfahrungen hat sie aber bisher im Musikgeschäft keine gemacht. Schon eher als Model, als sie Bodyshaming erlebt hat.

Auf der Bühne spricht sie nicht. Das könne Alexander einfach viel besser (so wie etwa beim 100-Jahre-Burgenland Festkonzert, wo er öffentlich die 30€-Gagen der jungen Orchestermusiker:innen anprangerte). Stephanie Widmer spielt lieber ihre Instrumente und singt. Sie hat es als Kind mal mit Geige probiert, fand aber schnell heraus, dass das nicht ihr Instrument ist. Dafür spielt sie nun Schlagzeug, Synthesizer, Maultrommel und das Didgeridoo.
Für junge Frauen will sie ein Vorbild sein, damit sich junge Musikerinnen mehr als bisher auf die Bühne trauen.

Was ist für sie Feminismus?

„Ich möchte meine Position nutzen, um den Weg für nachkommende Künstlerinnen zu ebnen. Es ist mir schon öfter passiert, dass ein junges Mädel nach der Show zu mir kommt und sagt, wie genial sie uns findet. Ich möchte einfach eine Figur sein, die andere motiviert, auch diesen Weg einzuschlagen und an sich zu glauben.“

Warum ist das Musikbusiness so männlich dominiert?

„Das hat natürlich mehrere Gründe. Es ist sicher, dass sich Frauen gerne selbst in den Hintergrund stellen. Das merke ich auch an mir selbst. Das kann auch an der Geschichte liegen, dass Frauen lange ihre Kunst nicht veröffentlichen durften, sondern nur über männliche Synonyme oder ihren Ehemann in Erscheinung traten. Vielleicht nehmen wir uns deshalb immer wieder zurück. Schön ist, dass sich das jetzt ändert. Dass viele Frauen ihre Instrumente in die Hand nehmen und richtig geile Musik machen.“

Warum haben es Frauen im Musikbusiness schwerer als Männer?

„Sicher liegt es nicht an der Begabung. Ich kann nur sagen, was man machen kann: z.B. die Key-change-Initiative, die von der EU gefördert und vom Reeperbahnfestival geleitet wird. Hier bekommen Frauen oder generell unterrepräsentierte Genderidentitäten die Möglichkeit, bei Festivals dabei zusein und gesehen zu werden. Denn ich glaube, es bekommen viel zu wenige die Möglichkeit dazu. Und so geht viel Talent verloren, weil vielen das Selbstbewusstsein fehlt, dass man gut genug ist.“

FrauenFunk S.2, Episode #31: Brigitte Handlos im Gespräch mit Stephanie Widmer, Musikerin und Sängerin von „Cari Cari“

Die Titelmusik zu dieser Ausgabe von FrauenFunk ist aus dem Song „Around the Bend“ von Cari Cari.

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