FrauenFunk S.2, Episode #29: Brigitte Handlos im Gespräch mit Anna Schwarz, Universitätsassistentin WU Wien / F: Helmut Spudich

FrauenFunk S.2, Episode #29: Anna Schwarz, Universitätsassistentin WU Wien

Der Indikator für Erwerbsarbeit wird in der Europäischen Union nach dem Haushaltseinkommen berechnet. Das verschleiere die Armut besonders von Frauen, denn damit werde nicht sichtbar, dass oft das Einkommen von Frauen für ein selbstständiges Leben nicht ausreiche. Das sagt Anna Schwarz, Universitätsassistentin am Institut für Finanzwissenschaft und öffentliche Wirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien.

In ihrer Forschung beschäftigt sich Anna Schwarz unter anderem mit der Frage der „working poor“: wenn also Menschen zwar einen Job haben, das Einkommen aber für ein würdiges Leben nicht ausreicht.

FrauenFunk S.2, Episode #29: Brigitte Handlos im Gespräch mit Anna Schwarz, Universitätsassistentin WU Wien

Anna Schwarz ist in einer – wie sie sagt – eher konservativen Familien aufgewachsen mit dem Privileg, dass ihre Eltern eine fundierte Ausbildung inklusive Studium finanziert haben. Dazu gehörten auch eine Studienassistenz am Institut für Höhere Studien und ein dreimonatiger Aufenthalt in Guangzhou, China, einer 15 Millionen Einwohner Stadt, in der man sich „schnell verloren vorkommen könne“.

Als wir uns zum Podcastgespräch treffen, kommt Anna Schwarz gerade aus einer Vorlesung mit Studierenden. Immer wieder würden auch hier feministische Ansätze von Wirtschaftstheorien und Wirtschaftsforschung besprochen. Es habe sich einiges verändert über die Jahre, aber dennoch seien nach wie vor Männer jene, die größere wirtschaftliche Risiken eingingen und Frauen so abhängen würden, obwohl die Ansätze der Frauen oft fundierter und nachhaltiger seien, sagt Schwarz.

Was ist für sie Feminismus?

„Feminismus ist für mich der Kampf für gleiche Rechte, gleiche Chancen unabhängig vom Geschlecht und dass man frei von gesellschaftlichen Zwängen leben und Entscheidungen treffen kann.“

„Was wir beim Feminismus immer mitdenken müssen: das Ziel ist es nicht, dass Frauen so werden wie Männer, sondern dass jeder seine Eigenschaften ausleben kann frei von gesellschaftlichen Normen.“

Warum ist Wirtschaft noch immer eine Männerdomäne?

„Es gibt diesen ersten Schritt ins Studium hinein, wo sehr viele Frauen abgeschreckt werden, dass es doch sehr mathematisch ist, viel mit Daten zum tun hat. Und wir werden als Frauen so sozialisiert, dass uns das nicht so liegt (…) und auch in der Forschung ist die Wirtschaft ein sehr männlich geprägtes Bild von Wissenschaft. Es ist sehr kompetitiv, man muss sich sehr viel verkaufen. Man muss ständig erklären: ich bin die Beste in dem Bereich. Man muss sich – finde ich – zum Teil sogar über Wert verkaufen, was doch wieder den Männern eher liegt. Auch das ist ein Punkt, was das Ganze ein bisschen schwierig macht.“

Welche Folgen haben Rollenbilder?

„Ich glaube, dass die Sozialisation, die vom Geschlecht abhängt, problematisch ist, weil dadurch viele Möglichkeiten, die Frauen hätten in risikoreichen Berufen oder auch in der Wirtschaft und der Technik, zu wenig genützt werden. Und auch viele Kompetenzen von Männer liegen deshalb bracht. Viele Männer wären vielleicht tolle Kindergartenpädagogen.“

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