FrauenFunk S.2, Episode #25: Brigitte Handlos im Gespräch mit Mubashara Akhtar, Informatikerin und Datenanalystin / F: Helmut Spudich

FrauenFunk S.2, Episode #25: Mubashara Akhtar, Informatikerin und Datenanalystin

Zusammengebracht hat mich mit Mubashara Akhtar die Vizerektorin der Technischen Universität Wien, Anna Steiger, wo die 28jährige Informatik studierte. Wir versuchen telefonisch einen Termin zu vereinbaren, was nicht ganz einfach ist, da Mubashara derzeit am King`s College in London ihren Ph.D. zu Natural Language Processing macht. Konkret geht es um Spracherkennung durch machine learning – also um künstliche Intelligenz. Ein Prozess, der sehr komplex sei, wie die Informatikerin betont.

Sie habe sich ganz bewußt für Informatik und gegen Mathematik entschieden, weil sie ihre Berufschancen in diesem Bereich als Frau besser einschätzte. Und damit wird sie wohl recht behalten.

FrauenFunk S.2, Episode #25: Brigitte Handlos im Gespräch mit Mubashara Akhtar, Informatikerin und Datenanalystin

Leicht war es nicht. Und zwar nicht deshalb, weil sie sich mit dem Fach Informatik schwer getan hätte. Ganz im Gegenteil. Aber schon im Förderunterricht am Gymnasium sei sie das einzige Mädchen gewesen und auch an der Uni sei sie als Frau in der Informatik immer eine Minderheit gewesen. Und das obwohl die TU wirklich viel tue, um Frauen für die Technik zu motivieren. Sie sei definitiv Feministin, denn es müsse gleiche Rechte und Chancen für ALLE geben, sagt die Informatikerin.

Geholfen habe ihr immer ihre Familie, die sehr bildungsaffin sei. Ihre Eltern sind schon früh aus Pakistan zugewandert und alle drei Kinder absolvieren ein Studium. Sie sei auch nie auf irgendein Fach festgelegt worden. In der Schule habe sie von Seiten der Lehrer:innen viel Förderung in Richtung Naturwissenschaften erhalten. Sie hat mit Auszeichnung maturiert und diese Leistungen haben sich an der Technischen Universität fortgesetzt.

Nach dem Studium hat Mubashara Akhtar sowohl für das österreichische Finanzministerium ein Betrugserkennungssoftware mitentwickelt als auch für die UNIDO in Wien gearbeitet. Für die Deutsche Telekom hat sie in Darmstadt an einem Spracherkennungsprojekt mitgewirkt, bis es sie nach Großbritannien verschlug.

Über Frauen in der Technik sagt sie:

“Der technische Bereich wird in Zukunft immer mehr gefragt sein und Frauen sollten da viel präsenter sein als sie es heute sind. In Österreich sind sie leider in diesem Bereich sehr unterrepräsentiert. Und sind deshalb auch nicht diejenigen, die die Technologien von morgen entwickeln. Und wenn die Technologien dann nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, dann hat das langfristige Folgen für die Frauen. Deshalb ist es extrem notwendig, dass es mehr Frauen in der Technik gibt.”

“Es braucht eine gendergerechtere Pädagogik. Und es muss der Raum geschaffen werden, wo sich die Mädchen, die sich für technisch-naturwissenschaftliche Fächer interessieren – und von denen gibt es sicher genug – entfalten können, ohne dass sie in diesen Druck kommen, dass sie sich gegenüber den Burschen beweisen müssen, die in diesem Bereich schon jahrelang gefördert wurden.”

Wie erlebt sie Österreich als Muslimin?

“Wenn ich mein Leben jetzt in London mit dem in Österreich vergleiche, muss ich sagen, dass hier in Wien das Anderssein viel präsenter ist. (…) Man hat viel mehr den Druck sich beweisen zu müssen, zeigen zu müssen, dass es nicht so ist wie andere Leute vielleicht in den Medien von einem reden. Das spielt eine wichtige Rolle für die jungen Menschen, die aus diesen marginalisierten Gruppen kommen.”

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