Sie ist 25 Jahre jung und hat zigtausende Follower auf Instagram. Sie ist witzig, intelligent und oft brutal feministisch. Zum Beispiel in ihren Insta-Videos @wirdnichtstattfinden, in denen sie die Rollenklischees von Frauen und Männern auf den Arm nimmt.
Wir starten in die zweiten Staffel von FrauenFunk.at. Die Frauenabteilung der Stadt Wien und ich haben uns nach 50 Gesprächen mit Feministinnen über 50 dafür entschieden, dass nun die jungen Frauen vor den Vorhang müssen. “30 unter 30” heißt deshalb die neue Staffel unserer feministischen Spurensuche in Wien (manche sind gerade 30 und auf ihrem Weg in das 31. Lebensjahr)
Fünfzig Gespräche mit Frauen über 50: das ist ein reicher Schatz an Ansichten und Einsichten. Um den Strauss zu binden, habe ich einige zentrale Erkenntnisse aus den Gesprächen im abschließenden Bonustrack zur 1. Staffel zusammengefasst. Es kann als Leitfaden verstanden werden, was noch zu tun ist, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserem Land voranzubringen, denn um echte Gleichstellung im realen Leben zu erreichen ist mehr zu tun als Gesetzestexte zu verfassen. Die Gesetze müssen auch gelebt werden.
Mein erstes persönliches Zusammentreffen mit Tatjana Oppitz hatte ich bei einem Karrieretalk des Frauennetzwerks-Medien, den ich moderierte. Tatjana Oppitz war da gerade Generaldirektorin von IBM Österreich geworden und wir luden gerne erfolgreiche Frauen zu einem Gedankenaustausch ein. Selten ist mir so eine unprätentiöse Generaldirektorin begegnet. Was am meisten auffiel war, dass ihr zwar ihre Karriere wichtig war, aber auch die Karriere von anderen Frauen. Sie war eine der ganz ersten in einer Führungsetage, die ein Mentoring für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einführte im Unternehmen und bis heute ist sie selbst Mentorin von aufstrebenden Frauen UND Männern.
Will man alle Projekte aufzählen, in denen Margit Schratzenstaller-Altzinger aktiv mitarbeitet, ist der Tag vorbei. Viele dieser ökonomischen Forschungen finden auf EU-Ebene statt. Darüberhinaus ist die gebürtige Deutsche, die seit vielen Jahren in Österreich arbeitet und lebt, auch in zahlreichen österreichischen Initiativen und Organisationen tätig. So ist sie Mitglied im österreichischen Fiskalrat und im Kuratorium des Europäischen Forum Alpbach sowie im Zentrum für Verwaltungsforschung.
Sie ist heute noch „Mrs.Halbe-Halbe“, obwohl Helga Konrads Initiative als damalige Frauenministerin mehr als 20 Jahre her ist. Vollständig hieß es: „Ganze Männer machen halbe-halbe“ und war zum Start als Bewusstseinskampagne angelegt. Die Initiative war jedoch auf Jahre angelegt und sollte schlussendlich die partnerschaftliche Aufteilung der Versorgungsarbeit zwischen Mann und Frau im Familien- und Eherecht festlegen. Heute sagt Konrad: „Die Kampagne wurde abgedreht.“
Edeltraud Hanappi-Egger kommt aus der Technik. Sie hat an der Technischen Universität Wien Informatik studiert, ein Fach, das „früher ja als Frauenfach galt, weil man darunter Datentypistinnen verstanden hat.“ Es war für sie schnell klar, dass sie im wissenschaftlichen Sektor bleiben möchte. Also promovierte und habilitierte sie sich. Forschungsaufenthalte führten Hanappi-Egger nach Schweden und Kanada. Es folgte ein Lehrauftrag an der Technischen Universität Wien. Immer war die in Tirol aufgewachsene Technikerin in Universitätsgremien engagiert und schon bald war ihr Interesse am Thema Gender und Diversity geweckt. Sie wurde schließlich Gender- und Diversitybeauftragte der Wirtschaftsuniversität, wo sie auch als Rektorin eine Professur in diesem Sektor innehat.
Brigitte Ederer war gerade Chefin von Siemens in Österreich geworden und das Frauennetzwerk-Medien lud sie zu einem Gespräch ein. Wir waren schon ein wenig erstaunt, als sie zugab, dass das mit dem Feminismus und der Frauenförderung nicht hochrangig auf ihrer Agenda stehe. Zuerst kämen andere Dinge. Das änderte sich dann doch im Laufe der Jahre und jetzt ist Brigitte Ederer sogar eine Befürworterin der Quotenregelung.
Sie gehört zu den großen Aufsteigerinnen in der österreichischen Literaturszene: Gertraud Klemm. Bedenkt man, dass sie stark auf sogenannte „Frauenthemen“ fokussiert, ist das schon sehr bemerkenswert. So nimmt sie etwa in ihrem letzten Roman „Hippocampus“ (Verlag Kremayr & Scheriau) den Sexismus im Literaturbetrieb aufs Korn. Ein Buch, das mich persönlich begeistert hat, weil es unerschrocken und von einer brutalen Offenheit ist, was Thema und Sprache betrifft.
Wo soll man bei einer Frau wie Helene Klaar beginnen, um sie zu beschreiben? Sie ist von ihrer Statur her klein, sie trägt eine dicke Brille, Mode ist ihr nicht so wichtig. Sie hat eine nahezu mädchenhafte Stimme. Aber was zählt ist, was sie sagt und das ist oft schonungslos, aber auch oft sehr witzig.
Sie ist Anwältin mit einem großen Herz für Frauen und ihre Rechte. Schwerpunkt: Trennungen. Sie vertritt auch Männer in Trennungslagen und viele von diesen sprechen mit Hochachtung von ihr. Warum? Weil es ihr wichtig ist, dass auch wenn eine Beziehung auseinandergeht BEIDE Seiten weiterhin in Anstand und Würde leben können und nicht eine Seite völlig verarmt. Aber oft trifft halt die harte Lage die Frauen. Das weiß Helene Klaar aus ihrer fast 45-jährigen Erfahrung als Anwältin.