FrauenFunk #49: Margit Schratzenstaller, Ökonomin, WIFO

Episode #49: Margit Schratzenstaller, Ökonomin, WIFO

Will man alle Projekte aufzählen, in denen Margit Schratzenstaller-Altzinger aktiv mitarbeitet, ist der Tag vorbei. Viele dieser ökonomischen Forschungen finden auf EU-Ebene statt. Darüberhinaus ist die gebürtige Deutsche, die seit vielen Jahren in Österreich arbeitet und lebt, auch in zahlreichen österreichischen Initiativen und Organisationen tätig. So ist sie Mitglied im österreichischen Fiskalrat und im Kuratorium des Europäischen Forum Alpbach sowie im Zentrum für Verwaltungsforschung.

FrauenFunk #49: Margit Schratzenstaller, Ökonomin, WIFO

Margit Schratzenstaller-Altzinger arbeitet zu Fragen der Steuer-und Budgetpolitik, zu EU-Budget, Steuerwettbewerb und Steuerharmonisierung im Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Aber sie widmet sich auch Themen wie Familienpolitik und Gender Budgeting, das „im föderalen Österreich von Gesetz wegen auf allen Ebenen umgesetzt werden müsste. Aber es wird einfach nicht gelebt.“

Als Margit Schratzenstaller-Altzinger 2009 den Frauenpreis der Stadt Wien bekam, sagte sie: „Wir haben eine Vorbildfunktion und heute weiß ich, dass es meine Verantwortung ist, als Frau mehr als bisher öffentlich aufzutreten, um andere Frauen für mein Thema zu interessieren.“

Wie recht sie hat. Aber sie sagt in dem Gespräch heute: „Es fehlen die Vorbilder. Frauen sind in der öffentlichen Debatte deutlich unterrepräsentiert.“ Es brauche eben eine kritische Masse an Frauen bis sich hier etwas ändere, sagt die Ökonomin.

Margit Schratzenstaller-Altzinger hat an der Universität Gießen promoviert und an der US-Universität von Wisconsin in Milwaukee ihren Master gemacht. Nach einem Engagement an der Universität Göttingen wechselte sie nach Wien, wo sie seit 2003 im Forschungsbereich Makroökonomie und Europäische Wirtschaftspolitik“ des WIFO tätig ist.

Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter.

Über die Mehrfachbelastung von Frauen sagt sie:

„Wir Frauen, die wir versuchen beides – Familie und Beruf – unter einen Hut zu bringen, wir zahlen oft doch einen hohen Preis. Und dass dieser hohe Preis nicht mehr gezahlt werden muss, wäre eigentlich das Ziel von Gleichstellungspolitik.“

Die Folgen der Pandemie sieht sie drastisch für die Frauen:

„Die Pandemie hat den Finger auf bestehende Gleichstellungsdefizite gelegt. Das ist kein Österreichspezifikum, das sehen wir in anderen Ländern auch, dass die Frauen einen großen Teil der Krise tragen.“

Aufgabe der Politik wäre es, den Gesetzen zur Durchsetzung zur verhelfen:

„Wir haben interessanterweise eine relativ gute legale Basis. Wir haben das gender budgeting, das seit 2009 im Verfassungsrang steht für den Bund und die Länder und Gemeinden. Alle föderalen Ebenen in Österreich sind per Verfassung dazu verpflichtet eine geschlechtergerechte Haushaltsführung umzusetzen. (…) Es geht aber nicht viel weiter, weil es nicht ausreichend gelebt wird. (…) Die Regierung hat keine umfassende, übergeordnete Gleichstellungsstrategie, wo man sich auf ein paar wichtige Ziele und einen Zeitrahmen verständigt, was man in punkto Gleichstellung bis wann erreichen will. Das fehlt.“

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