Ingrid Nikolay-Leitner, 1. Gleichstellungsanwältin des Bundes

Episode #17: Ingrid Nikolay-Leitner, 1. Gleichstellungsanwältin des Bundes

Ingrid Nikolay-Leitner hat in Wien zuerst Psychologie und Pädagogik studiert und dann noch ein Jus-Studium angehängt, daneben aber schon gearbeitet. Sie hat im Büro von Frauenministerin Johanna Dohnal begonnen und wurde schließlich 1990 die erste und damals noch die einzige Gleichstellungsanwältin des Bundes. Die Anwaltschaft war damals im Sozialministerium angesiedelt und wanderte später ins Frauenministerium. Heute ressortiert sie im Bundeskanzleramt.

FrauenFunk FrauenFunk #17: Ingrid Nikolay-Leitner, 1. Gleichstellungsanwältin des Bundes

Die Gleichstellungsanwaltschaft ist eine staatliche Einrichtung zur Durchsetzung des Rechts auf Gleichbehandlung und Gleichstellung und zum Schutz vor Diskriminierung von Frauen und Männern. 2004 wurde die Anwaltschaft inhaltlich und auch regional ausgedehnt und umfasst nun auch Diskriminierungen aufgrund von Alter, Religion bzw. Weltanschauung, der ethnischen Zugehörigkeit und der sexuellen Orientierung.

Ingrid Nikolay-Leitner war Mitbegründerin des Equinet, des europäischen Netzwerks nationaler Gleichstellungsstellen. Ab 2009 war sie auch Mitglied des Expertinnenforums des European Institute for Gender Equality.

Mich hat Ingrid Nikolay-Leitner immer beeindruckt durch ihre ruhige, aber bestimmte Art, wie sie Zeit ihres Berufslebens immer gegen jede Form der Diskriminierung angekämpft hat.

Für ihre herausragende Arbeit im Sinne der Gleichstellung erhielt sie 2003 den Wiener Frauenpreis.

Über ihre Erfahrungen als Gleichstellungsanwältin sagt Nikolay-Leitner:

Wenn die Frauen nicht zur Anwaltschaft oder zu Gericht gehen, dann passiert nichts.”

Männer haben den besseren Zugang zum Recht und haben das Gefühl, dass das Recht für sie da ist, was Frauen oft nicht haben. Männer haben den direkteren Zugang und sie halten sich auch nicht zurück , das Recht für sich in Anspruch zu nehmen, auch wenn es nicht um viel geht, wie z.B. Um ermäßigte Fussballkarten für Frauen.”

Warum dauern Veränderungen so lange?

Die Strukturen arbeiten dagegen, Frauen ein autonomes Leben zuzugestehen, weil sie so sehr als Unterstützerinnen gebraucht werden……Frauen werden in jeder Hinsicht ausgebeutet.“

Wenn es einen Schritt zur Entscheidung zu einer autonomen Lebensführung gibt, dann ist es das Verlieren der Angst vor dem Liebesverlust. DAS ist der entscheidende Schritt.“

Wodurch würde sich die Lage der Frauen verbessern?

Ein Feminismus, der für die Frauen nicht automatisch Überlastung bedeutet, würde ganz konkrete Dinge voraussetzen: Arbeitszeitverkürzung, Gleichverteilung der Reproduktionsarbeit zwischen Männern und Frauen, Änderung der Arbeitsbewertung… Das würde den Frauen die Gelegenheit geben, wieder gründlich über Feminismus nachzudenken.“

FrauenFunk 17: Ingrid Nikolay-Leitner, 1. Gleichstellungsanwältin des Bundes

Du kannst Frauenfunk auf PodigeeSpotify oder iTunes abonnieren. Wenn’s gefällt freuen wir uns über Teilen auf Social Media!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s