FrauenFunk #38: Sibylle Hamann, Politikerin, Die Grünen

Episode #38: Sibylle Hamann, Politikerin, Die Grünen

Sibylle Hamann gehört zu den meist-ausgezeichneten Journalist*innen in Österreich. Sie hat zwei Mal die Medienlöwin gewonnen, wurde mit dem Kurt-Vorhofer-Preis und dem Prälat-Leopold-Unger-Preis ausgezeichnet und etlichen mehr. Das ist ein deutliches Zeichen für die Qualität ihrer Arbeit und die hieß immer – egal, ob es um Ruanda, die USA, China oder die Kärntner Saualm ging: Ich fahr‘ dorthin und schau mir das an und mache mir ein Bild.

Und das macht sie auch als frischgebackene Politikerinnen für die Grünen noch immer. Sie bekomme zahlreiche Mails und Anfragen, „weil viele Leute wollen einfach gehört werden. Und dann sage ich oft, kann ich mir das bitte anschauen!“ So ist sie und das macht ihre Lebendigkeit aus.

FrauenFunk #38: Sibylle Hamann, Politikerin, Die Grünen

In Wien geboren als Tochter der bekannten Historikerin Brigitte Hamann, hat sie Politikwissenschaften in einer Fächerkombination mit Geschichte, Ethnologie und Russisch studiert. Sie hat in Berlin und Peking geforscht und bereiste als Außenpolitik-Journalistin die halbe Welt: Ruanda, Kongo, Afghanistan, USA, die Karibik sind nur einige ihrer Stationen. Es zog sie dabei auch für einige Zeit nach New York.

Sie schreibt für österreichische Zeitungen und deutsche Magazine als freie Journalistin. Mit der Profil-Journalistin Eva Linsinger verfasst sie das „Weissbuch Frauen, Schwarzbuch Männer“, in dem es darum geht, wie es Männer einfacher haben könnten, wenn sie gleichberechtigte Partnerschaften führen. Sie schrieb den Report „Saubere Dienste“ über das Leben als Putzfrau und ist Herausgeberin von „Adelheid Popp: Jugend einer Arbeiterin“.

Sibylle Hamann ist mit einem Journalisten verheiratet und hat zwei Kinder.

Über Feminismus sagt sie:

„Feminismus ist ein ständiges Nachdenken darüber, ist das fair, so wie es ist, oder muss man hier etwas nachjustieren oder austarieren. Dass man sich immer weiter verwandelt und nicht die Rollengewohnheiten hinnimmt, so wie sie sind, sondern sich immer wieder überlegt: Ist das, was wir machen, eigentlich ok, oder geht das nicht auch besser? Das ist der Grund, warum der Feminismus bei mir im Hintergrund noch immer mitläuft.“

Über das Selbstbewusstsein von Frauen sagt Hamann:

„Wahrzunehmen, für wieviele Menschen auf der Welt und auch hier in Wien es nicht selbstverständlich ist, sich zu nehmen, was einem zusteht, oder laut zu sagen, was man braucht; und für wieviele Menschen es selbstverständlich ist von vornherein zurückzustecken, das ist schon ein wesentliches Aha-Erlebnis, das man erst mit einer gewissen Lebenserfahrung mitkriegt. Ich bin in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen, auch mit einer emanzipierten Mutter. Ich war es gewöhnt, dass man als Frau sagt, was man braucht und was man will. Ich bin schon manchmal schockiert, wieviele Menschen sich erst erarbeiten müssen, dass sie überhaupt ‚ich‘ und ‚ich will‘ sagen.“

„Die junge Generation ist in einer Feedback-Kultur aufgewachsen. (…) Die empfinden auch Feedback zu geben und auch kritisiert zu werden als durchaus positiv und können auch gut damit umgehen.“

Zum Thema „Frauen klein machen“ sagt Hamann:

„Jeder, der Macht ausprobiert und merkt, man erwischt beim anderen einen wunden Punkt und es wirkt, hat davon einen kleinen Stachel der Befriedigung. Es ist die Lust am Demütigen des anderen. Und jedem depperten Poster, dem das gelingt, einer vermeintlich mächtigen Frau so einen kleinen Stich der Demütigung zu versetzen, der freut sich.“

Was ist der Unterschied zwischen Journalismus und Politik?

„Wären die Grünen jetzt in Opposition, dann wäre nicht viel Unterschied zwischen meinen journalistischen Kommentaren und meinen Reden im Parlament. Der wirkliche Unterschied ist das Regieren. Journalismus ist definitiv einfacher als Politik.“

FrauenFunk #38: Sibylle Hamann, Politikerin, Die Grünen

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