FrauenFunk #31: Astrid Zimmermann, Generalsekretärin Presseclub Concordia a.D.

Episode #31: Astrid Zimmermann, Generalsekretärin Presseclub Concordia a.D.

Astrid Zimmermann war und ist für mich ein Vorbild. Sie denkt strategisch und strukturiert. Sie kennt Statuten im Schlaf und ist ein Ass in der Gremienarbeit. All das hat viele Frauen, die sich 1999 auf ihre Initiative hin im unabhängigen Frauennetzwerk-Medien zusammenschlossen, immens vorangebracht. Darüberhinaus hat sie als Betriebsrätin und dann als Chefin der JournalistInnengewerkschaft viele Frauen in ihrem beruflichen Werdegang unterstützt und Wege aufgezeigt, wie Gleichstellung zu erreichen ist.

Zwischen 2010 und 2018 hat sie als Generalsekretärin den Presseclub Concordia auf gänzlich neue Beine gestellt. Als Mitgesellschafterin des Medienhauses Wien hat sie im Forschungsbereich über Medien und Journalismus in Österreich ihre gesamte Medienerfahrung der Vorjahre einbringen können: Sie war journalistisch in der „Arbeiterzeitung“ der SPÖ tätig. Nach dem Ende der AZ hat sie die Chefredaktion beim Oberösterreichischen und Salzburger Tagblatt übernommen. Dann zog es sie wieder nach Wien: zuerst zu NEWS und dann zur Tageszeitung „Standard“.

FrauenFunk #31: Im Gespräch mit Astrid Zimmermann, Generalsekretärin Presseclub Concordia a.D.

Zuletzt engagierte sich die gebürtige Vorarlbergerin für ein österreichisches Projekt in Uganda, „Kindern eine Chance“, das in dem afrikanischen Land Bildungseinrichtungen baut. Astrid Zimmermann arbeitete hier am Aufbau eines Colleges für Kindergärtnerinnen mit.

Über den Kampf für mehr Gleichberechtigung sagt Astrid Zimmermann:

„Anfang der 70-er war der Nachholbedarf für junge Frauen, die sich reden trauten und kämpferisch waren, relativ groß. (…) Aber das Erreichte wird für selbstverständlich genommen. Die Debatte um Selbstbestimmung — also dass ich z.B. nicht mehr meinen Mann fragen muss, wenn ich arbeiten gehen will — das ist schon lange vorbei und ein alter Hut. Heute haben wir eine Themenpalette, die unwahrscheinlich groß ist. Die Notwendigkeit sich zu artikulieren, aufzutreten, zu diskutieren, zu demonstrieren hat sich dramatisch erhöht gegenüber den 90er-Jahren.“

Über die Rollenverteilung der Frauen in Medien sagt sie:

„Es hat sich etwas geändert. Es gibt deutlich mehr Frauen in den Medien. Innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren hat sich der Frauenanteil von 42% auf über 47% erhöht. Aber das ist nur ein quantitativer Wert. Bewusstseinsmässig hat sich auch etwas verändert. Aber bei Einkommen und Karriere hat sich nicht so viel geändert — eher im Gegenteil, weil sich die Zahl der teilbeschäftigten Frauen in den Medien dramatisch erhöht hat. Es hat sich auch die Zahl der teilbeschäftigten Männer dort vermehrt. Hier ist aber der Hauptgrund die Altersteilzeit und weniger die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

„Auch bei den Ressort-Verteilungen tut sich nichts. Wir sehen nach wie vor die herkömmliche Verteilung: Politik, Wirtschaft, Sport sind Männerdomäne, Gesundheit, Soziales, Lifestyle, Kultur sind Frauendomäne. Da hat sich in den Medien nichts verändert.“

Was diskriminiert Menschen heute am meisten?

„Früher war die Frage für die Frauen auch, aus welcher sozialen Schicht sie kommen: Die Frage arm oder reich. (…) Heute sind die Themen Armut, Religion, Hautfarbe und geschlechtliche Orientierung. Das sind die Diskriminierungsthemen.“

FrauenFunk #31: Im Gespräch mit Astrid Zimmermann, Generalsekretärin Presseclub Concordia a.D.

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