FrauenFunk S.2, Episode #7: Brigitte Handlos im Gespräch mit Franzi Kreis, Fotografin und Künstlerin / F: Helmut Spudich

FrauenFunk S.2, Episode #7: Franzi Kreis, Fotografin und Künstlerin

Franzi Kreis ist mit ihren knapp 30 Jahren ein Multitalent. Die gelernte Fotografin hat zwei ganz unterschiedliche und doch verwandte Kunstprojekte mit Fotos und Tonaufnahmen geschaffen: „Finding Motherland“ und „Father Earth“. In ersterem hat sie 45 Frauen im Alter zwischen neun und 96 Jahren zum ihren Müttern befragt und hat sie dabei auch fotografiert. Das Ganze wurde in Form einer Wanderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Das österreichische Kulturforum in Moskau hat sie im Rahmen dieses Projekts eingeladen, auch Russinnen zu diesem Thema zu fragen und zu fotografieren. Letztlich hat Franzi Kreis tausende Kilometer zurückgelegt, um Frauen zu befragen.

FrauenFunk S.2, Episode #7: Brigitte Handlos im Gespräch mit Franzi Kreis, Fotografin und Künstlerin

Und was lag näher als auch Männer zu ihren Vätern zu befragen. Das Resultat ist inhaltlich ein völlig anderes als bei den Frauen. Bei den Söhnen geht es ganz oft um Krieg und Gewalt und Trauma, wenn sie über ihre Väter reden, sagt Franzi Kreis. Auch diese Erzählungen und Fotos werden im öffentlichen Raum an verschiedensten Orten in Wien und anderswo präsentiert.

Franzi Kreis sagt, dass sie es als FotografIN oft einfacher habe als ihre männlichen Kollegen. Menschen ließen sie näher an sich ran, weil sie eine Frau sei.

Von ihr ist in jedem Fall noch einiges zu erwarten. Ihr großer Traum ist es, eine eigene große Dokumentation zu drehen. Eine Idee dafür hat sie schon. Verraten möchte sie die noch nicht. 

Was ist für Franzi Kreis Feminismus?

„Einerseits theoretische Ideen: Als Frau selbstbestimmt handeln, ein selbstbestimmtes Leben führen. Das ist einmal der erste Berg. Während der zweite Berg für mich sehr viel mit Selbstachtung zu tun hat. (…) Was den Begriff so gut auf den Punkt bringt, dass das Politische wirklich im Privaten beginnt. Wie man seine eigene Beziehung führt beispielsweise.“

Was hat sich in den letzten Jahrzehnten für die Frauen verändert?

„Ich stelle in meinem Umfeld fest, dass in der Theorie eh schon alles angekommen ist. Man weiß, was man wollen würde. Dann ist es aber doch wieder ein großer Sprung zum Handeln. Es ist nicht leicht für sich selbst in einem feministischen Bewusstsein zu agieren. Feminismus hat sich stark ins Private verschoben.“

Was wünscht sie sich für die Frauen in Zukunft?

„Schön wäre, wenn so kleine Situationen des Alltags wegfallen, die man einfach nur als Frau als Nachteile erlebt. Ich finde es einfach so traurig, dass man sich immer umdrehen muss, wenn man nachts alleine nach Hause geht. Das erlebe ich, das erleben alle meine Freundinnen.“

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